Die ersten Schritte: Wann braucht mein Baby die ersten Lauflernschuhe?
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Der Moment, in dem ein Kind die ersten freien Schritte macht, ist für Eltern magisch. Sofort schwingt jedoch die Sorge mit: Braucht mein Kind jetzt feste Schuhe, um stabil zu stehen? Als Experten für Kinderfußgesundheit räumen wir mit alten Mythen auf und zeigen dir, worauf es beim Abenteuer „Laufenlernen“ wirklich ankommt.
Die goldene Regel: So spät wie möglich
Die wichtigste Botschaft vorab: Barfußlaufen ist die beste Entwicklungsförderung. In den ersten Lebensmonaten sind die Füße deines Babys noch sehr weich und knorpelig. Sie brauchen keine Stütze, sondern Freiheit. Solange dein Kind in der Wohnung übt, sind nackte Füße oder rutschfeste Socken ideal. Die Muskulatur lernt so am besten, Unebenheiten auszugleichen und das Gleichgewicht zu halten.
Wann sind Barfußschuhe als Lauflernschuhe nötig?
Schuhe für Laufanfänger haben genau eine Aufgabe: Schutz. Sobald dein Kind draußen auf Entdeckungstour geht, braucht es eine Barriere gegen:
- Kälte und Nässe im Herbst und Winter.
- Verletzungen durch harten Asphalt, spitze Steine oder Glasscherben.
- Hitze auf sommerlichen Gehwegen.
Erst wenn dein Kind ca. 10 bis 15 Schritte sicher alleine geht und die Umgebung den Schutz erfordert, ist der Zeitpunkt für den ersten Schuh gekommen.
Checkliste: Das muss ein guter Lauflernschuh können
Achte beim Kauf auf diese drei Merkmale, um die natürliche Entwicklung nicht zu behindern:
- Maximale Sohlenflexibilität: Du solltest den Schuh mühelos mit zwei Fingern in alle Richtungen biegen und wie ein Handtuch auswringen können.
- Federleichtes Gewicht: Schwere Schuhe stören den noch unsicheren Gang. Lauflernschuhe sollten kaum spürbar sein.
- Viel Platz für die Zehen: Die Zehen brauchen im Stand ca. 12 mm Platz nach vorne, um beim Abrollen nicht anzustoßen.
Experten-Tipp für extrem weiche Lauflernschuhe ist das Modell Ava von Koel 4Kids
„Helfen feste Schuhe beim stabilen Stehen?“
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass ein Kind durch einen festen Schaft am Knöchel stabiler steht. Das Gegenteil ist der Fall: Ein Schuh, der den Knöchel künstlich stabilisiert, nimmt der Muskulatur die Arbeit ab. Das verzögert den Aufbau einer starken Tiefenmuskulatur. Stabilität kommt von innen, nicht von außen!
FAQ: Häufige Fragen zum ersten Schuhkauf
1. Mein Kind läuft noch nicht frei, braucht aber draußen Schutz. Was soll ich tun?
Für Krabbelkinder oder Kinder, die nur an Möbeln entlanglaufen, empfehlen wir Überzieher oder weiche Lederpuschen. Diese schützen vor Schmutz und Kälte, lassen dem Fuß aber die volle Bewegungsfreiheit eines Barfußschuhs.
2. Wie oft sollte ich die Schuhgröße bei Laufanfängern kontrollieren?
Kinderfüße wachsen schubweise. Wir empfehlen, bei Laufanfängern alle 6 bis 8 Wochen nachzumessen. Da das Nervensystem noch nicht voll entwickelt ist, sagen Kinder oft nicht Bescheid, wenn der Schuh zu klein ist.
3. Sind gebrauchte Lauflernschuhe okay?
Bei Barfußschuhen ist das oft unbedenklich, da sie kein festes Fußbett haben, das „eingelaufen“ wird. Achte jedoch darauf, dass die Sohle nicht einseitig abgelaufen ist und der Schuh noch seine volle Flexibilität besitzt.
4. Warum stolpert mein Kind in den neuen Schuhen?
Oft liegt das an einer zu langen oder zu steifen Sohle. Ein Barfußschuh sollte so flexibel sein, dass das Kind seinen natürlichen Gang beibehalten kann. Wenn das Kind stark stolpert, prüfe, ob der Schuh eventuell zu groß oder zu breit ist.